Re-Recycling auf der A1

Mit der Sanierung des Autobahnabschnitts Mondsee–Thalgau in Oberösterreich realisierte HABAU im Auftrag der ASFINAG gemeinsam mit Asamer Kies- und Betonwerke ein wegweisendes Infrastrukturprojekt im Bereich Kreislaufwirtschaft.
Baustart: Ende 2023
Standort: A1 Westautobahn, Abschnitt Mondsee–Thalgau, Oberösterreich
Auftraggeber: ASFINAG
Fertigstellung: Ende 2025

Mit der Sanierung des Autobahnabschnitts Mondsee–Thalgau in Oberösterreich realisierte HABAU im Auftrag der ASFINAG gemeinsam mit Asamer Kies- und Betonwerke ein wegweisendes Infrastrukturprojekt im Bereich Kreislaufwirtschaft: Auf dem Abschnitt der A1 Westautobahn wurde erstmals ein Projekt mit konsequentem Re-Recycling der bestehenden Betondecke umgesetzt. Für diesen nachhaltigen Ansatz wurde das Projekt im Dezember 2025 von der EUPAVE in Brüssel mit dem „Outstanding Project Award“ ausgezeichnet.

 

Pionierleistung im Autobahnbau

Bei der Generalsanierung wurde die bestehende Betondecke, die bereits 1991 aus Recyclingmaterial hergestellt wurde, in einem dritten Lebenszyklus erneut aufbereitet und zu hochwertigem Fahrbahnbeton verarbeitet. Damit wurde die bislang überwiegend theoretisch postulierte Mehrfach-Kreislauffähigkeit des Baustoffs Beton erstmals unter realen, großmaßstäblichen Bedingungen empirisch nachgewiesen.

Die systemische Bedeutung dieses Projekts reicht weit über den betrachteten Autobahnabschnitt hinaus. Es zeigt, dass Betonfahrbahnen langlebige Infrastrukturelemente sind, die zugleich als langfristige urbane Materiallager fungieren können. Das erfolgreiche Re-Recycling schafft die Grundlage, um künftig Millionen Tonnen bestehender Betondeckenfahrbahnen erneut stofflich zu verwerten, den Bedarf an primären Rohstoffen signifikant zu reduzieren und CO₂-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus deutlich zu senken.

 

Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus

Neben der Wiederverwendung bestehender Materialien setzte die HABAU auch auf digitale Planungsmethoden wie Building Information Modeling (BIM). Dadurch konnten Materialflüsse über den gesamten Lebenszyklus des Bauwerks präzise erfasst und gesteuert werden.

Das Projekt zeigt, wie moderne Infrastrukturmaßnahmen mit Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft und innovativen Bauverfahren erfolgreich kombiniert werden können.