Mit dem von ARE Austrian Real Estate entwickelten VIENNA TWENTYTWO entstand in der Wiener Donaustadt ein Ensemble aus insgesamt sechs Bauteilen an einem zentralen Knotenpunkt in der Donaustadt. HABAU war im Rahmen einer ARGE mit DYWIDAG maßgeblich für den Rohbau, den Estrich sowie den Stahlbau des höchsten Bauteils verantwortlich. Das Projekt wurde Anfang 2026 fertiggestellt.
Büroflächen und Wohnraum unter einem Dach
Die Tower Offices bieten vom 3. bis zum 16. Obergeschoß des Turms insgesamt rund 16.400 Quadratmeter Büroflächen für unterschiedliche Arbeitswelten. Pro Geschoß stehen 1.050 Quadratmeter für bis zu zwei Unternehmen zur Verfügung. Im ersten Obergeschoß befindet sich eine voll ausgestattete Konferenzzone. Mit Unique Office entstand im benachbarten Bürogebäude zudem ein individueller Firmensitz für einen Alleinmieter.
Ab dem 18. Obergeschoß befinden sich 347 Mietwohnungen mit eineinhalb bis vier Zimmern und Größen zwischen 38 und 125 Quadratmetern. Alle Wohnungen verfügen über private Loggien. Im 17. Obergeschoß entstanden ein Gemeinschaftsraum, ein Jugendspielraum sowie ein Kleinkinderspielplatz. Ergänzt wird das Angebot durch einen Rooftop-Pool.
Nachhaltigkeit und bautechnische Umsetzung
VIENNA TWENTYTWO wurde möglichst nachhaltig konzipiert. Das gesamte Quartier wird durch Wärmerückgewinnung, Erdwärme- und Grundwassernutzung sowie den Bezug von Öko-Strom mit Energie versorgt. Das Ensemble ist mit DGNB Gold für nachhaltige Stadtquartiere vorzertifiziert. Die Tower Offices sowie das benachbarte Unique Office sind mit LEED Gold vorzertifiziert.
Im Rahmen des Projekts wurden außerdem vom Forschungsteam der ARGE innovative Ansätze zur Optimierung der Tragwerksplanung untersucht und umgesetzt. Mithilfe numerischer Simulationen am digitalen Zwilling sowie umfangreicher in-situ-Messungen konnte das statische und dynamische Verhalten des Gebäudes detailliert analysiert werden. Dadurch konnte der Materialeinsatz, insbesondere von Beton und Stahl, reduziert und die ökologische Bilanz verbessert werden. Damit setzt VIENNA TWENTYTWO neue Maßstäbe in ressourcenschonender Bauweise, die wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Hochhausbaus geben.
Bautechnische Meisterleistung unter herausfordernden Bedingungen
Die Umsetzung stellte hohe Anforderungen an die Baustellenlogistik. Aufgrund des begrenzten Baufeldes mussten Material- und Personentransporte über Kran organisiert und Anlieferungen präzise getaktet werden. Materialengpässe bei Sonderstählen für das Outriggersystem wurden durch vorausschauende Beschaffung und exaktes Taktmanagement bewältigt. Zur Gewichtseinsparung kamen ab dem 1. Obergeschoß Hohlkörperelemente in den Decken zum Einsatz. Ab dem 18. Obergeschoß wurden außenliegende Leichtbetonwände aus Ziegelit hängend in die Ortbetondecken integriert. HABAU und DYWIDAG setzten diese Herausforderungen bei einem Bauvolumen von rund 27.700 Kubikmetern Beton und 5.600 Tonnen Bewehrung erfolgreich um.